6/21/2009

Vom Hals bis kurz vor dem Fuss

Nach einer langen Zeit – ein Eintrag – mit den Gedanken, die einen beschäftigen aber niemals öffentlich gemacht werden, weil sie zu viel des Inneren preisgeben und niemand etwas negatives hören will. Man fängt an nachzudenken, wenn es einem schlecht geht. Schwieriger ist es, wenn die Sonne scheint und das ist nur eine Metapher. Natürlich.Selbstironie ist was zählt. Man muss über sich selbst lachen dürfen können.(Solche Sätze gibt es nur im Deutschen) Da man nicht allein auf dieser Welt ist und viele andere Menschen der gleichen Art einen umgeben wird man auch über diese lachen können. Der Mensch ist so egoistisch, dass er zu viel „istisch“ ist und den Überschuss den anderen „Istischen“ überlässt, die wiederum mit ihren Mäulern die Fetzen der anderen zerfetzen. Fetz das? Sicher denn es ist wie gesagt nur Ironie über sich selbst. Zugfahren ist sehr ironisch. Wieso? Ganz einfach: Ohne Fahrkarte kein Zugang. Aber mit Karte und ohne Zug gibt es auch keinen Zuggang. Nun hab ich mich schon darüber in einem älteren Beitrag darüber aufgeregt aber ich will auf etwas ganz anderes hinaus. Den Menschen. Der Mensch fährt Zug so wie er ist. Mit zerrissenen Jeans, mit Klappfahrrad, mit Handy am Ohr, Büchern in der Hand, mit kurzen Hosen etc. und schon der Anblick einiger lässt den einen oder anderen dann doch einen vermeintlich besseren Sitzplatz suchen. Am schrecklichsten sind die Plätze in den RB (Regionalbahn)s der DB neben oder gegenüber der Toilette. Dort sitzen nur mutige oder die Spätgekommenen der Rush Hour oder einfach diejenigen bei denen der letzte Zug ausgefallen ist. Neulich hörte ich wie eine ältere Dame ihre Begleiterin verkuppeln wollte. So sprach sie zu mindestens auf der Fahrt. Der Auserwählte oder der Auszuwählende oder einfach das Opfer oder der Täter – das ist zu ironisch. Also der Typ um den es gehen sollte. Ein Arzt. Hals, Nasen und Ohren. Der HNO-Arzt der älteren Dame hat es dergleichen angetan. Nicht durch seine Behandlung aber durch seinen Handdruck. Der Handdruck qualifizierte ihn passend für die Begleitung der älteren Dame zu sein. Nicht genug der Handküsse. Die Dame kam ins Schwärmen als sich der Zug der deutsch-böhmischen Grenze näherte. Es sei angemerkt, dass es keine Grenze mehr gibt. „Grenzen gibt es nur im Kopf.“ (schreit der philosophische Einruf). Es ist wirklich interessant. Ich kann mich nicht erinnern wirklich mal ne Grenze gesehen zu haben. Scheiss Freiheit. (Da kommt auch nochmal ein Einwurf). Sie schwärmte von einen jungen böhmigen Mann (Verweis: böhmisch ist die richtige Form aber Böhmig war mein Urgrossvater). Wie gesagt Grenzen gibt es nur im Kopf. Zurück zur Dame und ihrem Schwarm. Also es lag nicht am Schwarm zu schwärmen sonder an seiner Herkunft sprach sie ihren letzten Worten. Dann hielt leider der Zug und die Dame musste nochmal auf das Klo, dem keiner gegenüber sitzen will. Somit war sie weg und ich um eine Geschichte reifer. Scheiss auf Herkunft. Nur mit offenen Augen kann man sehen. Und wenn das nicht geht geh nicht zum Hals-, Nasen- und Ohrenarzt.