2/07/2008

JWM und Bowling

Es ist nun doch ein bisschen Zeit vergangen seit meinem letzten Eintrag.
Und um ehrlich zu sein wird es auch immer schwerer deutsch zu schreiben, nach einer so langen Zeit im Ausland. Meine Mutter hat sich auch schon beschwerdt, dass ich soviele Fehler mache, rechtschreibtechnisch. Dafür schon mal "Entschuldigung".

Die letzten Tage waren aber doch ereignisreich.

Seit Dienstag Nacht hat es etwa einen halben Meter Schnee gegeben.
Das besondere bei dem Schnee ist, dass er im Unterschied zu den Schnee den wir normal bei den Temperaturen haben, er doch sehr trocken ist und sich somit ziemlich hoch aufstappelt.

Am Dienstag hatten wir auch eine Jugendsitzung hier. Diese Sitzung wird jährlich im Rahmen der Juniorenweltmeisterschaft durchgeführt. Leider ist es jedoch meist so, dass diese Sitzung schlecht organisiert ist. Wobei es dieses Jahr etwas besser ging, auch wenn wir viel Zeit für unwichtige Sachen verschwendet haben.

Gestern gab es dann die Auslosung für den heutigen Wettkampf.
Den Regeln entsprechend werden nach Gesamtweltcupstand die 15 besten Sportler in eine sogenannte A-Gruppe gelost, die ihnen einen besseren Startplatz verspricht.
Für die Juniorenweltmeisterschaft gibt es jedoch eine Ausnahmeregelung, die besagt das man einen der 15 namentlich benannten Sportler pro Nation austauschen darf.
Der Juryvorsitzende und gleichzeitig Vorsitzende der Jugendkommission der FIL (internationaler Rodelverband) hat jedoch dafür eine eigene Definition und lies es zu, dass eine Mannschaft einen zusätzlichen Starter unterbringen konnte.
Da meine Mannschaft von dieser Regelung betroffen war und somit ein Sportler aus der A-Gruppe ausgegliedert wurde, musste ich dagegen protestieren.
Die Konversation mit der Juryvorsitzenden ging soweit, dass wir (der kanadische Trainer hat mich bei meinem Protest stark unterstütz, er ist 27) als jung, unerfahren und nicht im Sinne des Sport handeln beleidigt worden. Worauf ich auch deutliche Worte für den Juryvorsitzenden fand - er ist Schweizer und ich fragte ihn, ob ihm die Bedeutung der Wörter in den Regeln überhaupt bekannt sei.
Letztendlich hatte er seinen sturren Willen durchgesetzt.
Erwähnenswert war noch, dass die deutsche Mannschaft profitierend von der Fehlauslegung sichdeutlich zu den Regeln bekannt hat und meinen Standpunkt unterstützte. (Für Insider, sie haben nur den Standpunkt und nicht mich unterstützt)
Es war auf jeden Fall sehr aufregend.

Der Wettkampf lief heut normal bis auf eine schwerwiegende Sache.
Vor dem Start des Sportler gibt es im Rodeln zwei Sachen zu messen: das Gewicht und die Schienentempertur (Schiene ist der Stahl, der den Kontakt von Schlitten zum Eis herstellt).
Durch unglückliche Umstände, wie sich im Nachhinein immer mehr herausstellt, hatte wir mit einer Kuriosität zu kämpfen. Die Schiene eines Sportler hatte eine Abweichung von 6°C vom vorderen zum hinteren Teil.
Die Abweichung war aber so gross, dass die Schiene über dem erlaubten Wert lag.
Der Sportler wurde somit disqualifiziert, ihm jedoch, durch einen Protest meinerseits, die Chance gegeben den 2.Lauf noch zu absolvieren.
Leider musste ich somit auch wieder mit dem Juryvorsitzenden reden, der auch leider nicht so gut auf mich zu sprechen war und wieder die gleiche Attitude an den Tag legte wie zuvor.

Es gibt einfach Menschen, die können nicht zu hören. Es gibt Menschen, die sind einfach nicht kompromissbereit. Aber beides zusammen ist wirklich schlecht.

Nun ist morgen noch ein Tag ohne Betätigung und am Samstag geht es dann über Montreal zurück nach Europa.


Heut abend bin ich noch mit einem kanadischen und 2 amerikanischen Kollegen ausgewesen.
Die Technikfreaks kennen es schon.
Man muss nicht mehr ausgehen um Sport zu treiben. Man braucht nur eine Spielekonsole und schon kann man es daheim machen.
Somit habe ich heut Bowling ohne Bowlingkugel gespielt.
Hab auch verloren.

Nächste Woche werde ich ab Mittwoch in Igls/Innsbruck weilen.

Bis dahin

Christian

Keine Kommentare: